Freitag, 28. April 2017

Voller Melancholie und verlorener Liebe



Mit meinem ganzen Leben


  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: HarperCollins 
  • ISBN: 978-3959670548
  • 14,00€

Rora kehrt gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter in das idyllische Hastings zurück, um ihren Vater zu pflegen. Dort sieht sie Carl wieder, den ersten Mann, der ihr jemals etwas bedeutet hat. Ein schicksalhafter Tag vor vielen Jahren hat das junge Paar damals auseinandergerissen. Seitdem ist das einzige, was die beiden noch verbindet, ein grausames Geheimnis. An der Klippe in Hastings, an der Roras Leben eine dramatische Wende nahm, zeigt sich nun, ob es für sie beide noch einen Weg geben kann.

"Mit meinem ganzen Leben" ist ein sehr stimmungsvoller Roman, der emotional wirklich glänzen konnte. Er spricht nicht nur von verlorener Liebe, sondern beinhaltet Abschied nehmen, Trauer und die Verarbeitung von dramatischen Ereignissen, die das Leben von Rora (Aurora) und Carl mitbestimmt haben. Vieles blieb unausgesprochen bis zu ihrem erneuten Wiedersehen und wird erst im weiteren Verlauf der Story Einblicke verschaffen. "Der schicksalhafte Tag", der im Klappentext erwähnt wird, war mitbestimmend für das Auseinanderleben der beiden Protagonisten und je mehr Seiten ich las, bekam das Verhalten einen Sinn. Manchmal verhalten wir Menschen uns aus Selbstschutz seltsam und verletzen uns dabei gegenseitig. Als nun endlich alles zusammengefügt wird, was mir richtig und wichtig erschien, nahm die Story wieder eine Wende, die ich so nicht erwartet hätte. Mich hat gerade das Ende nicht überzeugt, denn ich hatte auf ein Happy End gehofft, welches dem Roman die Schönheit geboten hätte, die ich mitunter vermisst habe. Der Roman ist im Grundton eher melancholisch, was nicht schlecht ist, aber in der Kulisse in der die Story ihr zuhause hat, ein klein wenig mehr Freude und Farbe die Stimmung erhellt hätte. Im Gesamtergebnis fühlte ich mich trotzdem wohl, obwohl ich mir eine Liebesgeschichte erhofft hatte. So ist "Mit meinem ganzen Leben" eher ein Drama geworden, was trotzdem gut zu lesen war. Ein angenehmer Schreibstil, interessante Protagonisten, deren Verhalten nicht immer zu verstehen war und ein schreckliches Geheimnis boten ein unerwartet anderes Lesevergnügen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der eben nicht Friede - Freude - Eierkuchen erzählte, sondern voller Melancholie und verlorener Liebe seine eigene Geschichte erzählen konnte.

 ★★★

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