Sonntag, 18. Juni 2017

Tod oder Lebendig?


Vor der Wahrheit




Strafverteidiger Jack Swyteck ist in Florida bekannt als Experte für die schwierigsten Fälle aus dem Todestrakt. Auch Dylan Reeves ist einer von ihnen: eine Siebzehnjährige wird vermisst, und ihre letzten Spuren finden sich in Reeves’ Auto. Doch dann wird Swyteck von der Mutter der Vermissten kontaktiert, die behauptet, ihre Tochter habe sie angerufen. Jack bleiben nun dreißig Tage, um die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern …







"Vor der Wahrheit" ist ein sehr ausgewogener Thriller, dessen Spannung nach und nach zunimmt. Langsam aber stetig rieselten Informationen auf mich ein, um am Ende dann zu komplettieren. Ich war oft ratlos, denn die Wahrheitsfindung nimmt eigentümliche Wege. Letztendlich ist es ein Familiendrama, dessen Geschichte schockt, aber auch aufzeigt, wie schwierig es ist, ein oder auch zwei Kinder zu sich zu nehmen, dessen Wurzeln nicht bekannt sind. Sashi scheint letztendlich psychisch krank und zerstört damit eine Familienidylle. Ist Dylan Reeves ihr Vergewaltiger und Mörder? Dieses gilt es aufzuklären und Jack Swyteck macht es sich nicht leicht in die Hintergründe einzutauchen. Er selbst hat eine eigene Geschichte, die immer wieder aufgegriffen wird und ihm daher ein Gesicht gibt. Mir gefällt, dass er nicht oberflächlich abgehandelt wird, sondern lebendig gezeichnet ist. Es ist der siebte Thriller rund um  Jack Swyteck , was den Lesefluss nicht stört, da "Vor der Wahrheit" eine eigenständige Story ohne Rückblenden ist. Verständlich wird aber, warum Jack Swyteck immer wieder Protagonist ist, denn er wirkt sehr sympathisch, bodenständig und eifrig bemüht Dylan Reeves Unschuld oder auch Schuld zu beweisen. Letztendlich wendet sich das Blatt und Dylan steht nicht mehr alleine im Fokus der Ermittlungen. Alle Indizien sprechen dafür, dass Dylan der Täter ist. Es gibt keine Leiche und Sahi bleibt verschwunden und dennoch keimt Hoffnung auf, denn Sashi hat ihre Pflegemutter per Telefon kontaktiert. Alles nur ein makaberer Scherz?

Der Schreibstil ist sehr gelungen und ich konnte förmlich durch die Seiten fliegen. Der Thriller hielt mich einige Tage sehr beschäftigt und auch wenn die Story ohne Blut auskommen konnte, ist es auf psychischer Ebene ein Hochkaräter. 
Die intensiven Personenbeschreibungen lassen "Vor der Wahrheit" sehr lebendig und authentisch wirken. 

Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung, auch wenn ich "Vor der Wahrheit" nicht wirklich als Thriller empfunden habe, konnte ich mich dennoch sehr gut auf die Story einlassen. Das Thema Todesstrafe wirkt immer noch nach und auch die Suche nach Sashi konnte ich als sehr intensiv wahrnehmen. Als endlich die Wahrheit ans Licht kommt, war ich schockiert, aber auch erleichtert, denn es bedeutet einen Neuanfang und ein Loslassen, was die Familie braucht, um wieder zueinander zu finden. falls dies überhaupt noch möglich ist. Wie sagt man so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!" 

★★★★  (4,5 Sterne)


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