Freitag, 21. Juli 2017

Ausbruch aus einer heilen Welt?




Gayle Forman

Manchmal musst du einfach leben

Paperback
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer
ISBN: 978-3-8105-2529-1 - 16,99€ - KRÜGER
Wir wissen alle, wie es sich anfühlt, überfordert zu sein, keine Kraft mehr zu haben – aber immer weiter machen zu müssen.

Maribeth Klein, Anfang 40, in New York, ist so damit beschäftigt, die perfekte Mutter von kleinen Zwillingen, Ehefrau und Mitarbeiterin zu sein, dass sie vor lauter Stress gar nicht merkt, dass sie einen Herzinfarkt hatte. Erst als sie nach einer Notoperation völlig geschwächt wieder zu Hause ist und begreift, dass Familie und Job ihr keine Möglichkeit lassen, zu Kräften zu kommen, trifft sie eine unglaubliche Entscheidung: Sie packt eine kleine Tasche und geht. 

Gayle Forman erzählt auf ergreifende Weise davon, wie viel Mut es braucht, sich für das Leben zu entscheiden, und davon, dass man manchmal von zu Hause fortgehen muss, um wieder dorthin zurückfinden zu können.

Ein Roman, der große Fragen stellt und uns mitnimmt bis dorthin, wo sich Liebe und Leben treffen. 
Ein Buch, das ehrlicher, aufwühlender und lebensbejahender nicht sein könnte.


Da mir "Nur ein Tag" und "Und ein ganzes Jahr" der Autorin recht gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihren neuen Roman. Schon der Klappentext versprach eine eigenwillige andere Geschichte und letztendlich empfand ich diese als sehr gut umgesetzt. Jeder von uns kam sicherlich schon in die eine oder andere Situation, die es erforderlich gemacht hätte Brücken hinter sich abzubrechen und neu anfangen zu wollen oder einfach dem Leben, welches man lebt aufzugeben, Ruhe zu finden oder einfach abzuhauen. Die wenigsten werden dieses tun, sondern lediglich die Gedanken spielen lassen. Es sind auch nicht immer die finanziellen Mittel vorhanden, der den Weg aus de Alltäglichen bahnen könnte. Für Maribeth ist der Ausbruch aus ihrem Leben ein Gewinn, da sie letztendlich erkennt, was wirklich wichtig ist und wie wertvoll ihr Mann und ihre Kinder. Endlich werden Dinge angesprochen und liegen nicht mehr vergraben. Es ist eine Möglichkeit zu einem Neubeginn, was mir letztendlich sehr gefallen hat. Auch für mich wäre es manchmal eine Bereicherung, dass das was ich tue wertschätzend zu betrachten, aber auch ich bin selbstverständlich geworden im Laufe meiner Ehe und Mutterschaft. Vielleicht sollte ich auch einfach mal abhauen? Nur wäre der Weg zurück vielleicht ein klein wenig schwerer als der von Maribeth. Vielleicht aber auch nicht? Ich gehöre nicht zu den Personen, die mutig genug wären es einfach auszuprobieren. Mich einen Monat oder mehr mich nicht bei meiner Familie zu melden, empfand ich allerdings auch echt krass. Maribeth muss in "Manchmal musst du einfach leben" zu sich selbst finden, was auch bedeutetet, ihre Wurzeln zu finden und das, was sie wirklich ausmacht. Ich empfand die Story als sehr gelungen, auch wenn viele Klischees vorhanden sind und der Ausgang der Story schon von Beginn an feststeht, boten sich mir einige Überraschungen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für einen Roman, der nicht nur seichte Unterhaltung bot, sondern auch zum Nachdenken anregen konnte. 

★★★






1 Kommentar:

  1. Hallo Mel

    Eine schöne Besprechung von dir. Einen Herzinfarkt zu haben, ohne es zu bemerken, ist wirklich heftig. Mich hast du neugierig gemacht. Mich würde schon interessieren, welchen Weg Maribeth einschlägt, wohin sie mit ihrem Köfferchen geht. Wie du schon erwähnt hast, kann nicht jeder sein Köfferchen einfach mal so packen. Das liebe Geld macht einem da schon mal einen Strich durch die Rechnung.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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