Sonntag, 29. Oktober 2017

Morden, um den Schmerz auszumerzen



Lorenz Stassen

AngstmörderThriller
352 Seiten

Paperback, KlappenbroschurISBN: 978-3-453-43879-8Heyne12,99€

Als der notorisch erfolglose Anwalt Nicholas Meller die junge Nina empfängt, die sich bei ihm bewirbt, wird schnell klar: Nina sieht genauso gut aus wie auf dem Bewerbungsfoto, und – sie trägt einen körperlichen Makel. Ihr rechter Arm ist zurückgebildet. Ebenso schnell wird klar: Nina ist eine starke Frau, die kein Mitleid duldet und sich durchs Leben kämpft. Beide ahnen nicht, dass ihre Schicksale schon bald durch dramatische Ereignisse verschmolzen werden. Sie geraten in den Fall um einen unheimlichen Mörder, der seine Opfer mit chirurgischer Präzision einkreist und brutal umbringt. Was niemand weiß: Der Angstmörder hat sein nächstes Opfer schon ausgewählt ...






"Angstmörder" zeigt relativ rasch die menschlichen Abgründe auf und hinterließ dadurch ein Gefühl zurück, welches regelrecht unheimlich erschien. Die Vergangenheit eines Menschen kann verändern und führt oft dazu, dass ein Mensch ungewöhnliche Wege geht, um Rache zu nehmen für das, was in seinem Leben unrecht war. Es fasziniert mich auf der einen Seite, stößt mich auf der anderen Seite wiederum komplett ab. Verständnis habe ich nicht wirklich, aber manche Einblicke in die Vergangenheit haften definitiv. Dem Autor gelang es gleich zu Beginn Spannung aufzubauen, die sich fast komplett durch die Seiten ziehen konnte. 
Ein roter Faden ist erkennbar und besonders gelungen empfand ich die Protagonisten, die doch relativ ungewöhnlich sind. Nina ist als Mensch mit Behinderung eine Figur, die ich zu schätzen lernte, denn sie ist es, die Nicolas Meller auf die richtigen Fährten führt. Natürlich baut der Autor eine Liebesgeschichte ein, die zwar passt, aber manchmal etwas zu viel Raum einnahm, da der Fall irgendwann geklärt scheint und sich die beiden Liebenden immer noch nicht gefunden haben. 
Die Profile der Frauen, die ermordet werden, bzw. im Fokus des Angstmörders stehen, empfand ich als sehr gelungen. Die Kapitel des Thrillers sind kurz und dennoch aussagekräftig. Der Schreibstil des Autors  wirkte eindeutig  und klar. Insgesamt konnte ich mich wunderbar auf die Story einlassen und kann auf einige spannende Lesestunden zurück blicken. 
Da auch der Täter mich an seiner Gedankenwelt teilhaben ließ, kam definitiv keine Langweile auf und ich konnte die weitere Entwicklung, den Plan zu morden aus einem ganz anderen Entwicklung betrachten. Im Gesamtpaket kann "Angstmörder" durch seine Protagonisten glänzen, auch wenn nicht alle sofort Sympathieträger sind. Nicolas, der russische Wurzeln hat, belebt den Thriller durch seine Kontakte zur Unterwelt und bekommt den einen oder anderen wichtigen Hinweis. Am Ende ist er ein Held, dem der Ruhm allerdings nicht alleine gebührt, denn vieles floss zusammen, um den "Angstmörder"zu überführen. Letztendlich wurden mir einige Überraschungen geboten, die die Spannung aufrecht erhalten konnten.
Ich möchte gerne eine Lesempfehlung aussprechen für einen Thriller, der mir wirklich gut gefallen hat. Er bot mir ausreichend Spannung, um ihn fast in einem Zug lesen zu wollen, da ich die Story als sehr gelungen empfand und gerade die Vergangenheit des "Angstmörder" mir als so unglaublich erschien, dass ich mich manchmal frage, warum wir Menschen uns gegenseitig verletzen müssen und dadurch fast schon schuldig werden an anderen. Gerade Mütter sind diejenigen, die ihre Kinder wertschätzen sollten und nicht verletzen. Mir geht es oft nah, da es mir so unglaubwürdig erscheint. Dem Autor ist ein hervorragender Plot gelungen, der überzeugen konnte. Gerne mehr!

★★★



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